Grafschafter Nachrichten
Mittwoch, 23. Mai 2018

100. Projekt der "GenerationenWerkstätten": 15 Schüler stellen in Uelsen ihr Können unter Beweis

In Uelsen sind vier „GenerationenWerkstätten“ mit Oberschülern abgeschlossen worden. Dabei lernten die Jugendlichen in den Betrieben Autohaus Peters, Kronemeyer Sanitär, Heizung, Fliesen, Peters Stahlbau und Wigger Innenausbau ihre Möglichkeiten für den Berufsstart kennen.

Von Hermann Lindwehr

UELSEN. 15 Schüler der Oberschule Uelsen haben mit dem Projekt „Generationen-Werkstätten“ Einblicke in ihr künftiges Berufsleben gewonnen. Damit können sie sich bereits sehr früh beruflich orientieren. Sie lernten einen Ausbildungsberuf näher kennen und konnten dabei ihre Talente entdecken.

Vor einigen Tagen präsentierten die Schüler ihre Arbeiten, die sie in den vier Unternehmen bewerkstelligt haben. Mit Hans-Georg Kronemeyer und Betreuer Berend Lucas stellten Niklas Beckmann, Simon Brink, Noah Lampen und Jaron Arink ihre thermischen Module vor. Heiko Peters und Betreuer Gerd Schulten präsentierten mit Mattes Naver, Kaya Nyhuis, Niklas Jansen und Fabio Mölderink den 190er Mercedes, den sie TÜV-fertiggemacht hatten. Möbelstücke hatten Marlon Grobbe, Mathis Wolf und Jan Gövert mit Jan Wigger und Betreuer Gerhard Grobbe angefertigt. Bei Peters Stahlbau fertigten Gerry Schüürmann, Aaron Grobbe, Gerrie Legtenborg und Janus Vrielmann mit Holger Hans und Betreuer Johann Grobbe nach Zeichnung Fußballtore. Alle Teilnehmer erhielten Zertifikate für ihre Bewerbungsmappe.

Renate Beineke, Projekt-Botschafterin der Stiftung und Koordinatorin der Projekte, erklärte: „In diesem Jahr startete unser Projekt zum ersten Mal mit vier Unternehmen gleichzeitig. Von 2016 bis 2018 wurden im Autohaus Peters, bei Kronemeyer, Peters Stahlbau und Wigger-Innenausbau neun Projekte mit 34 Schülern der Oberschule Uelsen durchgeführt. Für diese nachhaltige, konstruktive und sehr gute Zusammenarbeit möchte ich allen Akteuren im Team herzlich danken.“

Zu diesem sehr guten Ergebnis trage auch die Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft bei, so Beineke, die besonders erwähnte, dass sich Schulleiterin Marianne Fischer von Anfang an persönlich sehr stark für die „GenerationenWerkstatt“ eingesetzt habe. Bei ihr hätten sich doppelt so viele Schüler dafür gemeldet. Für die Pädagogin sei es die letzte Teilnahme an dem Projekt „GenerationenWerkstätten“, denn sie gehe bald in Pension.

Fischer betonte: „Die Berufsorientierung ist für unsere Oberschule sehr wertvoll und wichtig. Die beteiligten Betriebe nehmen einen enormen Arbeitsaufwand in Kauf. Die Schüler erhalten eine individuelle Zuwendung. Dabei steht ihnen Fachkompetenz zur Seite. Fleiß, Verantwortungsgefühl, Pünktlichkeit und Leistungsbereitschaft sind Schlüsselkompetenzen, die am Ende der Schulzeit unsere Schüler ausbildungsfähig machen. Die Generationenwerkstatt unterstützt uns als Schule in einzigartiger Weise, diese Werte mit zu erziehen.“

Stiftungsratsvorstand Johannes Rahe betonte, dass das 100. Projekt „GenerationenWerkstätten“ in Uelsen gefeiert werden könne. „Wir haben genau gezählt und festgestellt, dass am Jubiläumstag zwei Projekte gestartet sind. Dies war bei den Betrieben Wigger und Stahlbau Peters“, erklärte Rahe und überreichte ein Präsent an die Firmen. Zu den Gratulanten zählte ebenso Kreishandwerksmeister Gerd Hindriks, der betonte: „Unser Handwerk braucht junge Leute. Wir müssen Nachwuchskräfte haben, denn wir könnten noch 100 Ausbildungsplätze besetzten.“ Hindriks sagte: „Wir werden in ein paar Jahren einen Mangel an Fachkräften haben. Wenn die jungen Leute eine duale Ausbildung machen und sich als Fachkraft weiterentwickeln, werden sie in Zukunft einen besseren Stand und einen sicheren Arbeitsplatz haben.“  Generationenwerkstatt 2018 1

 Die Absolventen der „GenerationWerkstätten“ in Uelsen stellten die von ihnen angefertigten Werkstücke und das Auto vor.

 

Grafschafter Nachrichten
Samstag, 09. März 2018

Spende des Unternehmens Kronemeyer 

 

hlw UELSEN. Das Uelser Unternehmen Kronemeyer hat sechs Soccer-Tore an die Wilhelm-Staehle-Haupt- und Realschule in Neuenhaus, die Oberschule in Uelsen und die Edith-Stein-Realschule in Emlichheim übergeben. Geschäftsführer Hans-Georg Kronemeyer sagte: „Wir wollen etwas für die Schulen tun, denn die Zukunftsarbeit macht Spaß. Es ist immer ein schönes Erlebnis, wenn Schülerinnen sowie Schüler ein Praktikum absolvieren und wenn sie dann in unseren Beruf einsteigen.“ Kronemeyer erklärte, dass er zu Weihnachten keine Präsente mehr verteile, sondern das Geld für besondere Zwecke verwende. In diesem Jahr sind es sechs Soccer-Tore im Wert von über 4000 Euro. Diese hat Artur Kölber in Handarbeit aus vollverzinktem Stahlrohr gefertigt. Je zwei sollen an den drei Schulen aufgestellt werden. Kronemeyer übergab die sechs Tore und passend dazu Fußbälle zusammen mit Berend Lucas und Hermann Baarlink von der Betriebsleitung an die Schulvertreter.

Foto Schulen Übergabe Fußballtore
Zur Übergabe der Tore trafen sich Vertreter der Schulen auf dem Gelände des Unternehmens Kronemeyer an der Ziegeleistr. 4 in Uelsen , Foto: Helga Lindwehr
 

 

Grafschafter Nachrichten
Samstag, 24. Februar 2018

Grafschafter erzählen von ihrer Berufswahl für den Anlagenmechaniker Heizung, Sanitär, Klima

Baryalai Momand und Marcel Geerties haben sich für einen handwerklichen Beruf entschieden. Hier berichten sie, wie sie dazu gekommen sind.

Von Andreas Meistermann

NORDHORN/UELSEN. Es war vor etwas mehr als fünf Jahren, als sich Baryalai Momand aus dem von Krieg und Terror heimgesuchten Afghanistan auf den Weg gemacht hat, um für sich und seine Frau endlich berufliches und privates Glück zu finden. Sein Weg führte ihn über die Türkei, Ungarn und Rumänien schließlich nach Deutschland. Nach einem Zwischenaufenthalt in Uelsen fand er in Nordhorn eine neue Heimat bei einer Gastfamilie. Dank seines großen Fleißes lief hier für ihn alles gut. Er machte seinen Hauptschulabschluss und lernte Deutsch an der Volkshochschule. Nachdem er eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte, konnte sich Baryalai Momand auch Gedanken über seine berufliche Zukunft machen. Ein erstes Praktikum absolvierte er in der Altenpflege, doch schnell stellte sich heraus, dass das nichts für ihn ist. Das zweite Praktikum in einem Handwerksunternehmen brachte dann die Entscheidung. Seit August vergangenen Jahres absolviert er bei der Holboer Installations- und Heizungsbaugesellschaft in Nordhorn eine Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das Aufgabengebiet in diesem Beruf ist breit gefächert und erstreckt sich von der Installation von Wasser- und Luftversorgungssystemen sowie Anlagen zur Regen und Brauchwassernutzung bis hin zum Bau von Waschbecken, Duschkabinen, Toiletten und sonstigen Sanitäranlagen. Im ersten Lehrjahr stehen für Baryalai Momand zunächst Werkstoffkunde, das Erlernen von Fachausdrücken und vorbereitende Arbeiten auf Baustellen im Mittelpunkt. Auch mit Flex- und Stemmarbeiten sowie dem Verlegen von Rohren hat er schon Erfahrungen gesammelt. Einem erfolgreichen Abschluss der Lehre steht nichts im Weg, wie seine Kollegen betonen. Sie loben seine Wißbegierigkeit, seinen Fleiß und seine zuvorkommende Art in den höchsten Tönen. Eine große Motivation für den beruflichen Erfolg ist für Baryalai Momand die Tatsache, dass er vor Kurzem eine äußerst positive Nachricht erhalten hat: Seine Frau, die er vor seiner Flucht aus Afghanistan geheiratet hat, erhielt die Erlaubnis, auch nach Deutschland zu kommen. Sie kann zunächst ebenfalls bei der Pflegefamilie in Nordhorn leben. Doch das soll nur eine Übergangslösung sein. Baryalai Momand befindet sich auf Wohnungssuche.

 
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Baryalai Momand beim Umbau einer Duschkabine. Sie wird barrierefrei gestaltet, Foto: J. Lüken
 
Ganz anders ist die Geschichte von Marcel Geerties, der seine Lehre bei der Uelsener Firma Kronemeyer GmbH Heizung-Sanitär-Fliesen begonnen hat. Dass er sich für das Handwerk entscheiden würde, war klar, doch in welche Richtung es gehen würde, war noch ungewiss. Nachdem er in den Beruf des Medizinischen Fachangestellten hereingeschnuppert hatte, stellte er fest, dass das nichts für ihn ist. Auf den richtigen Weg brachte ihn sein Zwillingsbruder, der schon eine Lehre als Anlagenmechaniker Heizung Sanitär Klima bei der Firma Kronemeyer begonnen hatte. „Ich hätte nie vermutet, dass der Beruf so vielseitig ist“, erzählt Marcel und schwärmt von der umfangreichen Technik, die in der Branche Platz gegriffen hat. Er nennt die Smart-Home-Technik, die Energiegewinnung, Wärmepumpen, Klimatechnik und die Installation von Solaranlagen. Die Beherrschung aller Techniken verlangt von den Auszubildenden ein hohes Maß an Flexibilität und großes technisches Verständnis. Handwerkliches Geschick gehört ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen. Marcel arbeitet gern bei den Kunden. Für ihn ist es jedes Mal eine Freude zu sehen, wenn diese mit seiner Arbeit zufrieden sind. Im Rahmen seiner Lehre hat er auch an zwei Lehrgängen teilgenommen, die Kronemeyer als eines von nur 40 Unternehmen in Deutschland seinen Auszubildenden über das Azubi-Plus-Programm anbietet, wie Ausbildungsleiter Berend Lucas berichtet. Marcel bestätigt, dass er aus diesen Kursen viel Wissen mitgenommen habe. Kronemeyer bietet auch seinen Gesellen in Zusammenarbeit mit den großen Herstellern regelmäßig Fortbildungen an, weil die technische Entwicklung rasant voranschreitet. Nicht zuletzt deshalb ist Marcel überzeugt, in seinem Beruf auch hervorragende Perspektiven zu haben. Berend Lucas kann ihn in dieser Einschätzung nur bestätigen, denn durch den demografischen Wandel würden in den kommenden Jahren mit Sicherheit viele Fachkräfte gesucht. Der Obermeister der Grafschafter Innung Heizung Sanitär, Heinz Balders, beglückwünscht die Beiden zu ihrer Entscheidung und betont ebenfalls die guten Perspektiven dieses Handwerks: „Wer sich für den Beruf des Anlagenmechanikers Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik entscheidet, braucht sich keine Sorgen mehr um seine berufliche Zukunft zu machen. Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen ist so groß, dass wir teilweise kaum noch hinterherkommen. Und im Zuge der technischen Entwicklung wird noch einiges kommen. 

 
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Marcel Geerties ist zur Zeit auf der Baustelle Marienpark in Nordhorn tätig, Foto: J. Lüken

 

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