Grafschafter Nachrichten
Samstag, 04. August 2018

Einen Beruf, der ihn fordert und der ihn gerade deswegen vollauf zufriedenstellt, erlernt Felix Snyders. Der junge Uelser wird Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Vielfalt ist sozusagen Trumpf in diesem Beruf. Und genau das gefällt dem 20-Jährigen: „Ich erledige ständig andere Arbeiten. Dabei lernt man immer wieder Neues.“

Snyders hat nach der Hauptschule die einjährige Berufsfachschule Metalltechnik an den GBS in Nordhorn besucht. Dabei merkte er: „Metalltechnik ist nichts für mich.“ Der Niedergrafschafter nahm dann Kontakt zur Firma Kronemeyer in seinem Heimatort auf. Die hatte er schon zu Schulzeiten während der „Berufsschnuppertage“ kennengelernt und als Spezialisten für Haustechnik ganz interessant gefunden. Seine Bewerbung war erfolgreich.

Der angehende Facharbeiter ist gerade ins dritte Ausbildungsjahr gekommen. Was hat er nicht schon alles gemacht: Heizungen austauschen, hochwertige Badezimmer installieren mit allem drum und dran – vom Wasserhahn bis zum Whirlpool, Klimaanlagen und Lüftungssysteme sowie Solarthermie und Fotovoltaikanlagen aufbauen und in Betrieb nehmen. In den vergangenen Wochen stand ein nicht alltägliches Projekt an: die Sanierung und Modernisierung von einem der beiden großen Brennofen mit 32 Brennern bei der ortsansässigen Ziegelei Deppe. Snyders hat mitgeholfen, bis zu 100 Millimeter dicke Gasleitungen zu montieren sowie Armaturen wie Kugelhähne und „flexible Gasschläuche“ zu installieren. Das Wolfram-Inertgas-Schweißen hat es ihm besonders angetan.

Überhaupt: Die ausgefeilte, komplexe und fortschreitende (Steuerungs-)Technik im Heizungsbau und bei Klimaanlagen beeindrucken Felix Snyders. Ein- bis zweimal im Jahr besucht er die überbetrieblichen Elektronik-Lehrgänge im BTZ des Handwerks im Nordhorner GIP. Die Firma Kronemeyer greift ihren Auszubildenden außerdem zusätzlich unter die Arme. So hat sie eine Lehrlingswerkstatt eingerichtet. Außerdem setzt sich ein Meister aus der Firma vor Prüfungen mit den Nachwuchskräften zusammen und geht den Lehrstoff durch.

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind überaus gefragte Fachkräfte. Rund 80 Anlagenmechaniker beschäftigt die Firma Kronemeyer derzeit, zehn werden noch gebraucht, insbesondere auf einigen Großbaustellen. Aber momentan sind sie nicht zu bekommen, bedauert Berend Lucas, Betriebsleiter Regional und Ausbildungsleiter bei Kronemeyer.

Felix Snyders möchte das Handwerksunternehmen nach der Ausbildung gerne weiterbeschäftigen. Der 20- Jährige will auch gerne bleiben. „Die Kollegen sind nett, die Unterstützung für uns durch die Firma ist gut“, erklärt der junge Uelser. Eine Win-Win-Situation also.

Felix Snyders

Felix Snyders war mehrere Wochen bei der Ziegelei Deppe beschäftigt. Die Firma Kronemeyer hat dort einen Brennofen generalüberholt und modernisiert. Das Bild zeigt Snyders beim Aufbau der neuen Gasregelstrecke für den Brennofen. Foto Westdörp

Grafschafter Nachrichten
Mittwoch, 20. Juni 2018

An der Neuenhauser Wilhelm-Stähle-Schule haben elf Schüler an drei Generationenwerkstätten teilgenommen und diese erfolgreich beendet. Dafür gab es viel Lob sowie ein Zertifikat, das ihnen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen soll.

 

Von Günter Plawer

Neuenhaus „Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benutzen und ihr habt eine wichtige Stufe genommen.“ Mit diesem Zitat des schweizerischen Schriftstellers Emil Oesch beglückwünschte Renate Beineke die elf Teilnehmer an der Generationenwerkstatt an der Wilhelm-Stähle-Schule. Die Jugendlichen hatten in drei Firmen ein Schülerpraktikum absolviert, bei dem sie nicht nur zugucken, sondern auch selbst Hand anlegen konnten.

Ziel der Generationenwerkstatt ist es, die kommende, die aktive und die erfahrene Generation im Mittelstand zusammenzubringen. „Die jungen können von den erfahrenen Handwerkern lernen“, sagt Beineke bei der Präsentation der Ergebnisse und an die Jugendlichen gewandt: „Und Ihr habt es dann hoffentlich leichter, Euren Weg in das Berufsleben zu finden.“

Dass in der Generationenwerkstatt Kreativität nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht ist, machen die drei Projekte deutlich. Bei der Firma Kronemeyer in Uelsen haben Patrick Barkemeyer, Jonas Kennepohl und Tim Geerties eine Solaranlage gebaut, mit der Wasser auf bis zu 60 Grad Celsius erwärmt werden kann. Dazu haben sie unter der Anleitung von Berend Lucas an Kupferrohren gesägt, gelötet und diese zu einer geschlossenen Anlage zusammengefügt. Dass sie dafür auch ein Händchen haben, zeigte sich vor allem an der Qualität der Lötungen, betonte Hans-Georg Kronemeyer bei der Präsentation am Mittwoch.

Maris Braakmann, Hendrik Egbers, Gregor Feicho und Chris Grüppen hatten sich bei der Firma Auto Olthoff einen Geländewagen vorgenommen. Unter der Anleitung von Gerd Schulten und Sascha Kniebes gab es nicht nur etwas zum Schrauben, Messen und Kontrollieren, sondern auch einiges an Theorie über Verbrennungsmotoren. Eine kleine private Probefahrt machte das Erfolgserlebnis der vier Jungs dann komplett.

Eine Solar-Handyladestation haben Feroz Ahmadi, Sultan Mashollaj, Timo Beckmann und Lasse Raterink bei der Firma Neuenhauser Anlagenbau entworfen und gebaut. Gemeinsam mit ihrem Betreuer Bernd Gosink haben sie auf einem Mast oben einen Sonnenkollektor angebracht, der den nötigen Strom für den Akku im unteren Teil liefert. Hier können nun zwei Handys gleichzeitig geladen werden. Diese Ladestation wird auf dem Gelände der Wilhelm-Stähle-Schule bleiben und sicher so manches Smartphone wieder mit neuer Energie versorgen. Die elf Jugendlichen, denen das Projekt viel Spaß gemacht hatte, ernteten von den Betreuern viel Lob.

Für die Firmen ist aber noch ein anderer Aspekt wichtig, wie Hans Georg Kronemeyer betont: „Wir können den Schülern einen ganz anderen und tieferen Blick in ein Unternehmen geben und wir können auf uns als Ausbildungsbetrieb aufmerksam machen.“

„Das ist auch für die Schüler gut“, sagte Schulleiterin Ulrike Arends bei der Übergabe der Zertifikate, „denn solche tiefe Einblicke kann Schule gar nicht leisten. Und das ist auch wichtig für die Motivation unserer Schüler.“

Die Generationenwerkstatt

Die Generationenwerkstatt ist eine generationenübergreifende Aktion von Unternehmen im Mittelstand, mit dem Ziel Schulen und Handwerk vernetzen. Dabei kommen Schüler zwischen zwölf und 15 Jahren aus den umliegenden Schulen in die Werkstatt, lernen das Unternehmen kennen und werden von einem erfahrenen „Unruheständler“ betreut. An der Wilhelm-Stähle-Schule hat es seit 2015 in sechs Unternehmen 13 Projekte gegeben, an denen sich insgesamt 50 Schüler beteiligt haben. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.generationenwerkstatt.org

Generationenwerkstatt Neuenhaus
Zur Präsentation ihrer Projekte trafen sich Schüler und Vertreter von Unternehmen und Schule auf dem Hof der Realschule. Foto: Plawer

 

Grafschafter Nachrichten
Mittwoch, 23. Mai 2018

100. Projekt der "GenerationenWerkstätten": 15 Schüler stellen in Uelsen ihr Können unter Beweis

In Uelsen sind vier „GenerationenWerkstätten“ mit Oberschülern abgeschlossen worden. Dabei lernten die Jugendlichen in den Betrieben Autohaus Peters, Kronemeyer Sanitär, Heizung, Fliesen, Peters Stahlbau und Wigger Innenausbau ihre Möglichkeiten für den Berufsstart kennen.

Von Hermann Lindwehr

UELSEN. 15 Schüler der Oberschule Uelsen haben mit dem Projekt „Generationen-Werkstätten“ Einblicke in ihr künftiges Berufsleben gewonnen. Damit können sie sich bereits sehr früh beruflich orientieren. Sie lernten einen Ausbildungsberuf näher kennen und konnten dabei ihre Talente entdecken.

Vor einigen Tagen präsentierten die Schüler ihre Arbeiten, die sie in den vier Unternehmen bewerkstelligt haben. Mit Hans-Georg Kronemeyer und Betreuer Berend Lucas stellten Niklas Beckmann, Simon Brink, Noah Lampen und Jaron Arink ihre thermischen Module vor. Heiko Peters und Betreuer Gerd Schulten präsentierten mit Mattes Naver, Kaya Nyhuis, Niklas Jansen und Fabio Mölderink den 190er Mercedes, den sie TÜV-fertiggemacht hatten. Möbelstücke hatten Marlon Grobbe, Mathis Wolf und Jan Gövert mit Jan Wigger und Betreuer Gerhard Grobbe angefertigt. Bei Peters Stahlbau fertigten Gerry Schüürmann, Aaron Grobbe, Gerrie Legtenborg und Janus Vrielmann mit Holger Hans und Betreuer Johann Grobbe nach Zeichnung Fußballtore. Alle Teilnehmer erhielten Zertifikate für ihre Bewerbungsmappe.

Renate Beineke, Projekt-Botschafterin der Stiftung und Koordinatorin der Projekte, erklärte: „In diesem Jahr startete unser Projekt zum ersten Mal mit vier Unternehmen gleichzeitig. Von 2016 bis 2018 wurden im Autohaus Peters, bei Kronemeyer, Peters Stahlbau und Wigger-Innenausbau neun Projekte mit 34 Schülern der Oberschule Uelsen durchgeführt. Für diese nachhaltige, konstruktive und sehr gute Zusammenarbeit möchte ich allen Akteuren im Team herzlich danken.“

Zu diesem sehr guten Ergebnis trage auch die Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft bei, so Beineke, die besonders erwähnte, dass sich Schulleiterin Marianne Fischer von Anfang an persönlich sehr stark für die „GenerationenWerkstatt“ eingesetzt habe. Bei ihr hätten sich doppelt so viele Schüler dafür gemeldet. Für die Pädagogin sei es die letzte Teilnahme an dem Projekt „GenerationenWerkstätten“, denn sie gehe bald in Pension.

Fischer betonte: „Die Berufsorientierung ist für unsere Oberschule sehr wertvoll und wichtig. Die beteiligten Betriebe nehmen einen enormen Arbeitsaufwand in Kauf. Die Schüler erhalten eine individuelle Zuwendung. Dabei steht ihnen Fachkompetenz zur Seite. Fleiß, Verantwortungsgefühl, Pünktlichkeit und Leistungsbereitschaft sind Schlüsselkompetenzen, die am Ende der Schulzeit unsere Schüler ausbildungsfähig machen. Die Generationenwerkstatt unterstützt uns als Schule in einzigartiger Weise, diese Werte mit zu erziehen.“

Stiftungsratsvorstand Johannes Rahe betonte, dass das 100. Projekt „GenerationenWerkstätten“ in Uelsen gefeiert werden könne. „Wir haben genau gezählt und festgestellt, dass am Jubiläumstag zwei Projekte gestartet sind. Dies war bei den Betrieben Wigger und Stahlbau Peters“, erklärte Rahe und überreichte ein Präsent an die Firmen. Zu den Gratulanten zählte ebenso Kreishandwerksmeister Gerd Hindriks, der betonte: „Unser Handwerk braucht junge Leute. Wir müssen Nachwuchskräfte haben, denn wir könnten noch 100 Ausbildungsplätze besetzten.“ Hindriks sagte: „Wir werden in ein paar Jahren einen Mangel an Fachkräften haben. Wenn die jungen Leute eine duale Ausbildung machen und sich als Fachkraft weiterentwickeln, werden sie in Zukunft einen besseren Stand und einen sicheren Arbeitsplatz haben.“  Generationenwerkstatt 2018 1

 Die Absolventen der „GenerationWerkstätten“ in Uelsen stellten die von ihnen angefertigten Werkstücke und das Auto vor.

 

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